Gesellenfreisprechung

Grundstein für eine gesicherte Zukunft

Gesellenfreisprechung und Übergabe der Meisterbriefe

Insgesamt etwa 150 Personen haben sich am 05.08.2010 im Großen Saal der Handwerkskammer Hannover zusammengefunden: 31 Junggesellen/innen und 9 angehende Meister/innen wurden von Familienangehörigen, Freunden, Kollegen und Chefs für ihre bestandene Prüfung gefeiert.

 

 

 

 

Zunächst sprach der Präsident der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, zu den Anwesenden. Er hob hervor, dass der Meistertitel nach wie vor von besonderer Wichtigkeit und „Güte“ sei, obwohl er eigentlich im Gebäudereinigerhandwerk nicht mehr benötigt würde, um einen Betrieb führen zu können.

 

 

 

 

 

 

Der stellvertr. LIM Armin Nimz führte aus, dass sich insgesamt 45 Auszubildende der Gesellenprüfung unter-zogen hätten.

An die frisch gebackenen Junggesellen und Gesellinnen gerichtet, wies er auf die Notwendigkeit einer permanenten Weiter-bildung hin, weil letztlich nur die Guten weiterkämen. Der heutige Wissensstand sei in wenigen Jahren nicht mehr aktuell. Auch sei es wichtig, in unterschiedlichen Einsatzbereichen zu arbeiten. Wer etwa nur Glasreinigung durchführe, habe zwar kurzfristig gesehen gute Arbeitszeiten und eventuell sogar mehr Geld, die fehlende Erfahrung in anderen Arbeitsbereichen wirke sich aber langfristig negativ für ihn aus.

Denkbar sei, sich gleich nach der Ausbildung selbstständig zu machen. Hierzu bedürfe es aber einer fundierten Erfahrung, eines soliden Kundenstamms und einer guten Kapitaldecke; alles Voraussetzungen, die in der Regel direkt nach der Ausbildung nicht gegeben seien, so dass zu frühe Existenzgründungen oft scheitern müssten.

Abschließend bedankte sich Herr Nimz bei den Eltern, Berufsschullehrern und Ausbildern.

 

Die Lehrlingswartin der Landesinnung, Marion Presek-Haster, beglückwünschte die anwesenden Junggesellen zu ihrer Entscheidung, Gebäudereiniger werden zu wollen und zu dem Durchhaltevermögen, ihre Lehrzeit zu Ende gebracht zu haben.

Anschließend ging sie auf die Besonderheiten der Prüfungssituation ein. Es sei allen Beteiligten, insbesondere auch den Prüfern, bewusst, dass in dieser speziellen Situation die Teilnehmer auf Probleme stoßen können, obwohl sie in ihrer täglichen Arbeit bestens zurecht kämen. Sie betonte, dass die Prüfer diesem Umstand bei ihrer Bewertung soweit wie möglich Rechnung getragen hätten.

Auch Frau Presek-Haster hob die permanente Weiterbildung hervor und verwies dabei auf den Meisterprüfungsvorbereitungskurs, der ab dem 13.09.2010 beim Bildungswerk Niedersachsen der Gebäudereiniger e.V. (BWNG) beginnt. Abschließend dankte sie den ehrenamtlichen Prüfern, Ausbildern, Berufsschullehrern sowie Gerhard Sommer, dem Leiter der überbetrieblichen Ausbildung, für deren engagierte Betreuung der Azubis während ihrer Lehrzeit.

 

Unter lang anhaltendem Applaus überreichte Marion Presek-Haster den 31 anwesenden Junggesellinnen und Junggesellen ihre Gesellenbriefe.

Jahrgangsbeste wurde mit der Note 2 in der theoretischen wie in der praktischen Prüfung Julija Miller von der Fa. Buttmann Gebäudereinigung in Braunschweig (im Bild links). Aus der Hand der Lehrlingswartin erhielt sie einen 150 € Gutschein für Kurse beim BWNG.

 

 

 

 

"Gebäudereinigermeister Paul Putzig" alias Comedykünstler Pedro Prüser zeichnete die Junggesellen mit den besten Berichtsheften aus. Den mit 150 € dotierten ersten Platz belegte erneut Julija Miller.

Es folgten Rebekka-Irene Rehbein (Foto rechts) und Maximilian Brümmer.

 

 

In bekannt launiger Art und Weise unterhielt Paul Putzig die Anwesenden. Dabei präsentierte er alternative Verwendungsformen für Reinigungsutensilien, etwa einen Putzschwamm als Kleidungsstück oder Jonglage mit Putzscheiben.

 

Michael Schuchmann, im Vorstand der Landesinnung verantwortlich für die Meisterausbildung, drückte den anwesenden Meisterschülern seine Anerkennung aus, dass sie in einer Zeit, in der die Meisterprüfung politisch nicht mehr gewollt sei, all die Mühen und Arbeit auf sich genommen hätten, sich auf die Meisterprüfung vorzubereiten und sich ihr zu unterziehen. Zugleich beglückwünschte er sie zu diesem Entschluss, da die Meisterprüfung nach wie vor ein solider Grundstein und eine gute Basis für eine Führungsposition im Gebäudereiniger-Handwerk sei. Er überreichte er den zehn anwesenden Jungmeistern ihre Meisterbriefe.

 

 

 

Thematisch schloss sich der Kreis des lebenslangen Lernens mit Rainer Knop, Vorstandsvorsitzender des BWNG e.V.. Als Belohnung für die bestandene Meisterprüfung sowie als Ansporn, die Weiterbildung auch künftig aktiv anzugehen, erhielten die jungen Meister je einen Gutschein über eine kostenlose zweijährige Mitgliedschaft im Bildungswerk.

 

 

 

Bevor sie sich wieder auf den Weg nach Hause machten, nahmen alle Beteiligten ein gemeinsames Abendessen ein. Die Landesinnung hatte dafür gesorgt, dass es für alle Beteiligten eine schöne und dem würdigen Anlass angemessene Veranstaltung war.

 

Die frischgebackenen Jungmeister mit Michael Schuchmann und Walter Heitmüller (links) sowie Armin Nimz (rechts).

 

Die freigesprochenen Junggesellinnen und Junggesellen mit Walter Heitmüller, Marion Presek-Haster und Paul Putzig.

[Text: Michael Milsch · Fotos: Ulrike Köcher]